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Meine Sicht der Dinge

Tagebuch, 24.09.2017

| 1 Kommentar

Ich bin in Mümmelmannsberg (hier etwas drüber lesen, lieber nicht Google fragen, da ist das Bild etwas vereinfacht dar gestellt) aufgewachsen, in Lohbrügge und Billstedt zur Schule gegangen. In den späten Achtzigern habe ich gegen Nazis protestiert, bin deswegen von Polizisten durch den Wald gejagt worden. Meine Eltern haben mich zur Toleranz erzogen, jeder war bei uns zu Hause willkommen.

Jetzt bin ich 43 Jahre alt, habe eine 9 jährige Tochter und weiß nicht, wie ich auf das Ergebnis der Bundestagswahl reagieren soll. Ich empfinde Wut, Hass, habe eine tiefliegende Aggression, bin traurig, erschüttert, verletzt und ratlos. Mich trifft das mehr, als ich erwartet habe. Ich dachte, wir sind weiter. Protest wählen ist das eine, Rassisten wählen das andere.

Was kann ich jetzt tun?
Rumsitzen geht nicht, verstecken auch nicht. Widerstand. Für die Werte kämpfen, die ich wichtig empfinde.
Nur wie?
Ich kann keine schlauen Texte schreiben, die das Ergebnis analysieren. Ich weiß einfach nicht, wann und wo wir diese Leute verloren haben. Wie wir sie wieder zurück gewinnen können.
Helft mir. Bitte!

In diesem Sinne

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Ein Kommentar

  1. Noch einer aus dem Osten ;)
    Ich bin in Glinde, Oststeinbek und dann Neu-Allermöhe aufgewachsen, teile allerdings weder deine restliche Vita, noch Deine Meinung.
    Vorweg: ich habe es verpennt, mich rechtzeitig im Konsulat anzumelden und konnte daher nicht wählen. Ich schreibe also als Außenseiter. Außerdem bin ich Ausländer, also hier in den USA, wo ich wohne.
    Trotzdem, oder gerade deshalb, denke ich, dass der Erfolg der AfD recht einfach auf die systematische Verschiebung der politischen demarkationslinien in D zurückzuführen ist. Vor Mutti hatte die CDU einen wertkonservativen Kern und holte konservative Wähler ab. Seit Mutti ist die CDU die neue SPD. Rechts dieser linken Mitte ist ein Vakuum, dass von verschiedenen Parteien bevölkert wird, von denen die AfD anscheinend am erfolgreichsten war.
    Außerdem wird von den Medien in D eine Art Hexenverbrennung betrieben gegenüber allen, was nicht der vorherrschenden Meinung entspricht.
    Es ist von hier aus fast lächerlich zu sehen, wie der Spiegel und Konsorten sich an der AfD abarbeiten und den Untergang des Landes herbeischreiben.
    Die politische Kaste hat es versäumt, die Bürger dort abzuholen, wo ihnen der Schuh drückt. Das mag nur ein imaginärer Schuh sein, aber wenn es drückt, drückt es.
    Sind das nazis? Nein! Und ich bin ob der oben beschriebenen Verschiebung des politischen Spektrums in D nicht mal sicher, ob ich sie als rechts bezeichnen würde. Es reicht ja in D inzwischen, gegen ungehemmten Zuzug von Ausländern zu sein, um als Nazi gebrandmarkt zu werden. Oder gegen die ungehemmte Aufweichung des Euro und die sinnlos-überbordende Kompetenzverschiebung gen Brüssel zu sein, um als Ultra-nationaler Separatist zu gelten.
    Und selbst ein alle AfD’ler nazis wären – eine gesunde Demokratie hält sowas aus, zumal man die Damen und Herren immer in der politischen Debatte stellen kann. Es sei denn, man hat wie Mutti und Schulz keine wirklichen Argumente und Themen. Ich bin jedenfalls weder wüt ne noch entsetzt, sondern schaue leicht amüsiert über den alteingesessene zu euch, greife mir etwas Popcorn und bin gespannt auf die Bundestagsdebatten.
    Dort wird sich zeigen, wer aus welchem Holz geschnitzt ist und was wirklich Sache ist. Wenn ich hier in den USA eines gelernt habe: den Massenmedien glauben ist einfach Quatsch. Und das gilt genau so für D.

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