{"id":4575,"date":"2012-01-16T22:42:09","date_gmt":"2012-01-16T21:42:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nedsblog.de\/?p=4575"},"modified":"2012-01-16T22:42:09","modified_gmt":"2012-01-16T21:42:09","slug":"mitgliederversammlung-2011","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.nedsblog.de\/?p=4575","title":{"rendered":"Mitgliederversammlung 2011"},"content":{"rendered":"<p>Am Sonntag war es wieder so weit. Die allj\u00e4hrliche <del datetime=\"2012-01-16T10:30:34+00:00\">Chaosveranstaltung<\/del> Mitgliederversammlung des HSV e.V. stand an. Wenn man den Medien glauben schenken durfte, sollte diese Versammlung wieder das reinste Chaos werden. Eine Generalabrechnung mit den ehemaligen Vorst\u00e4nden Bernd Hoffmann und Katja Kraus stand an. Die Entlastung sollte verw\u00e4hrt werden.<\/p>\n<p>Der Untergang des Abendlandes stand mir also bevor, als ich am Sonntag um 11 Uhr mein Platz im CCH einnahm. Vorab hatte der Aufsichtsrat nicht nur \u00fcber die Vereins- sondern auch \u00fcber die Printmedien seinen Bericht ver\u00f6ffentlicht. Als Beispiel bitte diesen <a href=\"http:\/\/mobil.abendblatt.de\/sport\/fussball\/hsv\/article2157404\/Rieckhoff-veroeffentlicht-Auszuege-seines-Berichts.html\" target=\"_blank\">Link<\/a> w\u00e4hlen. Ein einmaliger Vorfall, sonst werden die Berichte erst hinterher in einer Zusammenfassung ver\u00f6ffentlicht. Aber es sollte transparent und \u00f6ffentlich klar gestellt werden, worum es geht, was gepr\u00fcft wurde und welche Schl\u00fcsse der Aufsichtsrat daraus zieht.<\/p>\n<p>Das Abendland steht noch. Der HSV e.V. auch. Wer also Emotionen und Chaos erwartet hat, war am Sonntag auf der falschen Veranstaltung. Sachlich ging es zu, gerade bei den Antr\u00e4gen auf Satzungs\u00e4nderung sogar langweilig sachlich. <\/p>\n<p>Traditionell beginnt die Versammlung mit dem Gedenken an verstorbene Mitglieder. Es waren sehr viele, wir sind ja auch ein gro\u00dfer Verein. Die Ehrungen folgten, gerade im Bereich Behindertensport ist der HSV sehr erfolgreich und konnte Deutsche- und Eruopameister ehren. Toll. <\/p>\n<p>Erster Punkt auf der Tagesordnung, der f\u00fcr ein wenig Brisanz h\u00e4tte sorgen k\u00f6nnen, war der Bericht des Aufsichtsrates. Der war ja nun schon ver\u00f6ffentlicht und wurde einfach noch mal vorgelesen. Keine weiteren Erg\u00e4nzungen oder gar neue Informationen. Erst in der Aussprache zum Bericht des AR kam es zu Fragen, die aber meiner Meinung nach zufriedenstellend beantwortet worden. Details zu den 6 F\u00e4llen wurden nicht genannt, es ist rechtlich wohl sehr schwierig f\u00fcr den AR und den Verein. Wir erfuhren nur so viel, da\u00df das Gesamtvolumen dieser Auftr\u00e4ge bei 1,7 Mio Euro lag. Es ging also um richtig viel Geld. Es wurde aber noch mal seitens des AR klar gestellt, da\u00df keine weiteren rechtliche Schritte eingeleitet werden. Die Aussicht auf Erfolg ist zwar in einigen Punkte da, der Aufwand dieses Geld zur\u00fcck zu bekommen ist aber mit zu viel Risiko behaftet. Daher kein schmutzige W\u00e4sche waschen mit den ehemaligen Vorst\u00e4nden. Erstaunlich fand ich die offenen Worte vom Aufsichtsratvorsitzenden bez\u00fcglich der Indiskretion im Aufsichtsrat. Aber er sprach keine Ma\u00dfnahmen an, diese zu verhindern.<\/p>\n<p>Ein Novum gab es bei dem Bericht des Vorstands. Sonst immer die Bernd Hoffmann Show, wurde diesmal von allen 4 Vorst\u00e4nden ein Bericht abgeliefert. Dr\u00f6ge und langweilig war der von Carl-Edgar Jarchow (ich werde nicht warm mit ihm). Frank Arnesen hat im Moment ein sehr guten Stand im Verein, egal was er sagt, die Mitglieder h\u00e4ngen an seinen Lippen. Sein Einstieg war, da\u00df er so etwas wie am Sonntag noch nie gemacht hat. Sonst sa\u00df er immer mit den Managern und dem einem Mitglied, dem der gesamte Verein auch noch geh\u00f6rt, zusammen. Aber er findet es spannend und lernt dazu. Er erkl\u00e4rte uns, da\u00df die Situation bei seinem Start nicht leicht war. Es stand ihm weniger Geld zur Verf\u00fcgung, als er gedacht (oder man ihm erz\u00e4hlt) hatte. Er hob hervor, da\u00df er den Altersschnitt der Mannschaft wesentlich gesenkt hat. Er stellte dar, da\u00df die Art T\u00f6re und Sala zur Verpflichten (Keine Abl\u00f6se an Chelsea aber eine Klausel, da\u00df der CFC an etwaigen Transfers monet\u00e4r beteiligt werden w\u00fcrde) im Moment alternativlos ist. Die Situation um Michael Oenning war so nicht geplant, er h\u00e4lt viel von ihm, musste aber wegen der negativen Ergebnisse handeln. Seine Suche nach einem neuen Trainer brauchte er vor den Fans nicht verteidigen. Das Scouting steht bei ihm im Vordergrund. Bis 12 Jahre werden Talente lokal (Hamburg und Norddeutschland) ab 12 Jahren deutschlandweit, ab 16 Jahren in Europa und ab 18 Jahren weltweit gescoutet. Sowas wie Lam, der aus der eigenen Jugend kommt, beim VfL Lohbr\u00fcgge (Stadtteil in Hamburg) entdeckt wurde, soll uns am besten immer passieren.<br \/>\nEbenfalls sprach er an, da\u00df die zweite Mannschaft noch n\u00e4her an die Profis herangef\u00fchrt werden sollen. Training immer mit\/bei den Profis, damit sie sehen, was ihr Ziel ist. Dabei wurden bestimmt die Verantwortlichen von Ochsenzoll hellh\u00f6rig, spielt sich doch bisher die Nachwuchsarbeit dort ab. Bin gespannt, was sich da noch \u00e4ndern wird. <\/p>\n<p>Joachim Hilke berichtete \u00fcber die Finanzen. Die Situation war ja vorher bekannt, der Fehlbetrag in der Gewinn- und Verlustrechnung ist erkl\u00e4rbar (fehlende Einnahmen aus der Europa League und dem DFB Pokal), also auch hier keine Aufregung. Stolz listete er die Sponsoren auf, die hinzugekommen sind oder zu gleichen bzw. besseren Konditionen ihr Engagement verl\u00e4ngert haben. Auch das ist nicht selbstverst\u00e4ndlich! Zur neuen Kampagne &#8222;Nur der HSV&#8220; (dies liest man nun \u00fcberall wo der HSV auftritt) sagte er, da\u00df es sich um keine Marketingkampagne handelt, sondern um eine Haltung aller Fans, Mitarbeiter, Spieler und Verantwortlichen des HSV. Hier bin ich gespannt, wann dies ge\u00e4ndert wird, weil es sich verbraucht hat. In Volkspark soll ein Lebens-, Freizeit- und Arbeitszentrum entstehen. \u00c4hnliche Visionen hatte Bernd Hoffmann meiner Meinung nach auch. Finde nur gerade den Link nicht. Hervorgehoben wurde das soziale Engagement (Hamburger Weg zum Beispiel) und die Notwendigkeit als Verein in Hamburg sich um soziale Einrichtungen zu k\u00fcmmern. Der Weg wird weiter gegangen.<\/p>\n<p>Oliver Scheel (Vorstand f\u00fcr die Belange der Mitglieder) stellte seine Bilanz dar: Wieder mehr Mitglieder und vor allem auch Amateursportler im e.V. Die Suche nach einem innenstadtnahen Fantreffen geht weiter. Er berichtete \u00fcber die Vorbereitungen zur 125 Jahr Feier: Es wird viele Veranstaltungen rund um den HSV als Universalsportverein geben. Wichtig war ihm, da\u00df wir bei der DFL beantragt haben am 29.09. ein Heimspiel bestreiten zu k\u00f6nnen. Wir und die DFL sind ja so (hier gekreuzte Finger denken), daher sollte das kein Problem sein *hust*<\/p>\n<p>Auch da also nicht viel neues oder \u00fcberraschendes.<\/p>\n<p>Auch die Aussprachen zu den jeweiligen Berichten der Organe peitschten die Stimmung nicht auf. Es wurde zwar kontrovers diskutiert (vor allem \u00fcber die Zeit von Bernd Hoffmann und Katja Kraus) aber alles in allem konnte man hier keinen Graben im Verein erkennen, der ja vor der Versammlung ach so tief existieren sollte. Nein, es war eine normale, sachlich gef\u00fchrte Diskussion \u00fcber verschiedene Sichtweisen. So wie \u00fcberall anders auch. Nat\u00fcrlich gibt es noch einige, die Bernd Hoffmann weiter gerne an der Spitze des Vereins sehen. Aber der von der Merhheit der Mitglieder gewo\u00e4hlte Aufsichtsrat hat sich f\u00fcr einen anderen Weg entschieden. Das ist eben Demokratie. <\/p>\n<p>Die Rechnungspr\u00fcfer berichteten noch, sie empfahlen den alten Vorstand nicht zu entlasten. Ein Antrag auf die namentliche Entlastung der Aufsichtsr\u00e4te wurde abgelehnt &#8211; gut so! &#8211; ebenso kam es nicht zu einer Einzelentlastung der Vorst\u00e4nde. <\/p>\n<p>Alle Orgrane wurden einstimmig entlastet. Somit ist unter die \u00c4ra Bernd Hoffmann ein Strich gezogen. Es sei denn, es tauchen weitere Ungereimtheiten auf. Diese 6 F\u00e4lle sind ja erst gepr\u00fcft worden, nachdem die in der Hansestadt \u00fcbliche <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Generalquittung\" target=\"_blank\">Generalquittung<\/a> f\u00fcr beide ehemaligen Vorst\u00e4nde ausgestellt war.<\/p>\n<p>Die weiteren Organe (Amateure, Ochsenzoll, Senioren, Ehrenrat) bekamen auch ihre Zeit. Keine \u00dcnberraschungen, keine neuen Erkenntnisse. Alles ruhig.<\/p>\n<p>Es stand als n\u00e4chstes die Wahl der Vorstandes f\u00fcr die Belange der Mitglieder auf der Tagesordnung. Zum derzeitigen Vorstand Oliver Scheel gab es nur einen Herausforderer, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christian_Blunck\" target=\"_blank\">Christian Blunck<\/a>. Der Herausforderer hatte es wahrlich nicht leicht, stellte sich aber allen Fragen sehr professionell. Da er aber kein Standing im Verein hat, wurde Oli Scheel f\u00fcr weitere 3 Jahre gew\u00e4hlt. Riesen Applaus.<\/p>\n<p>Nach diesem TOP leerte sich der Saal erstmalig, es waren wohl einige nur wegen der Wahl hier. Kann ich verstehen, es waren zu diesem Zeitpunkt schon 5 Stunden vergangen und wir waren erst bei TOP 18. <\/p>\n<p>Doch die folgenden Punkte auf der Agenda hatte es in sich. Es standen ganze 17 Satzungs\u00e4nderungantr\u00e4ge zur Diskussion und Abstimmung. Die Satzung ist das h\u00f6chste Gut des Vereins, eine \u00c4nderung kann nur durch eine 3\/4 Mehrheit beschlossen werden. Die Antr\u00e4ge gingen von Regelungen zur Weiterf\u00fchrung des Ochenszoll e.V., der Verkleinerung des Aufsichtsrates, das Verhindern von Investorenmodellen, der Zulassung einer Fern- bzw. Briefwahl und weiteren. Gerade dieser letzte Punkt hat vor der Versammlung dazu gef\u00fchrt, da\u00df die CFHH sich klar <a href=\"http:\/\/cfhh.net\/?p=3283\" target=\"_blank\">positioniert<\/a> hat. <\/p>\n<p>Zuerst abgestimmt sollte \u00fcber einen Zusatz zur Satzung, der die Mitgliederversammlung erm\u00e4chtigen soll \u00fcber sogenannte Investorenmodelle zu entscheiden. Als Hinweis dazu sei gesagt, da\u00df es sowohl das Wort von Bernd Hoffmann als auch das von Carl-Edgar Jarchow gibt, da\u00df weitere Modelle wie Ansto\u00df3 (K\u00fchne) vor jeglicher Entscheidung der Mitgliederversammlung vorgestellt werden sollen. Damit dies nicht beim Wort bleibt, soll es in der Satzung verankert werden. Und nun stellte sich raus, da\u00df selbst 1 Jahr Arbeit eines Satzungsausschusses nicht reichen, um solch einen Antrag klar und deutlich zu formulieren. Das Wort Investorenmodell war zu schwammig, nicht greifbar und l\u00e4\u00dft zu viele Interpretationen offen. Frank Arnesen zum Beispiel \u00e4u\u00dferte die Bedenken, da\u00df das Modell wie es bei T\u00f6re und Sala angewandt wurde, dann ja auch darunter fallen k\u00f6nnte. Wenn man es denn so interpretiert. Eine Diskussion um das Wort entbrannte und der Antrag wurde letzendlich zur\u00fcckgestellt zur weiteren \u00dcberarbeitung. Ich finde die Idee gut und w\u00fcrde f\u00fcr einen solchen Antrag stimmen, wenn es denn konkret und deutlich formuliert ist, was genau damit gemeint ist. Und vor allem sollen solche Modelle ja nicht verboten werden, sondern eben den Mitgliedern zur Abstimmung vorgelegt werden. Mehr nicht.<br \/>\nDanach ging es um den Ochsenzoll e.V. Der hat schon lange seine Gemeinn\u00fctzigkeit verloren und die Integration in den HSV e.V. sollte abgestimmt werden. Puh, das zog sich, doch gl\u00fccklicherweise fand einer der drei Antr\u00e4ge eine Mehrheit. Somit sind die finanziellen Konsequenzen (es h\u00e4tte im schlimmsten Fall zu einem Entzug der Gemeinn\u00fctzigkeit des HSV e.V. kommen k\u00f6nnen) abgewehrt.<\/p>\n<p>Dann der Antrag auf Fernwahl. Der Antragsteller bem\u00e4ngelte, da\u00df nur noch so wenig Mitglieder anwesend sind und eine Abstimmung seiner Meinung nach keinen Sinn mehr macht. Es spielte die Angst mit, da\u00df gerade die Gegner des Antrags (also viele Ultras oder den Ultras nahe Mitglieder) Sitzfleisch bewiesen hatten. Der Antrag wurde zur\u00fcckgestellt.<br \/>\nWas dann passierte, brachte die Versammlung zum Abbruch: Die meisten noch verbliebenen Teilnehmer verlie\u00dfen den Saal. Es war also deutlich zu erkennen, da\u00df die Mobilisierung geklappt hat. So wird Politik gemacht.<br \/>\nManfred Ertl schlug dann vor, die Versammlung nicht abzubrechen, sondern zu vertagen. Das wurde dann auch beschlossen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><br \/>\nWir sind ein Breitensportverein. Es geht um Posten, Gelder und Einflu\u00df in den Organen. Jeder m\u00f6chte seine Politik durchsetzen und seine Ideen durchgesetzt wissen. Neben diesem Amateurbereich haben wir noch die f\u00f6rdenden Mitglieder. Selber im Verein nicht aktiv, aber aktiv am Verein beteiligt. Auch dort geht es um Posten, Gelder und Einflu\u00df. Und am Ende steht die Profifu\u00dfballmannschaft des HSV. Sie erwirtschaftet die Gelder und nur wegen ihr gibt es die f\u00f6rdernde Mitgliedschaft. 3 Vorstandsmitglieder k\u00fcmmern sich vorrangig um diesen Teil des HSV. Durch diese Mannschaft haben wir einen 3 stelligen Millionenumsatz.<br \/>\nDas alles pa\u00dft nat\u00fcrlich nicht zusammen. Bisher haben wir es aber immer hinbekommen. Wir sind nicht im Chaos versunken, sondern seit Beginn der Bundesliga immer dabei. Wir haben Pokale gewonnen, trotz dieser Struktur. Warum sollen wir das \u00e4ndern?<\/p>\n<p>\u00c4rgerlich daran ist aber, da\u00df einige wenige (sie nennen sich auserw\u00e4hlte) die Mitgliederversammlung so beeinflussen k\u00f6nnen. Da mu\u00df man als Mitglied eben aufpassen und zu den Versammlungen gehen. Was mich zur Fernwahl bringt: Ich bin daf\u00fcr, weil es viele Mitglieder gibt, die nicht kommen oder abstimmen wollen. Es gibt aber gen\u00fcgend, die dabei sein wollen, aber nicht k\u00f6nnen. Denen mu\u00df man meiner Meinung nach eine M\u00f6glichkeit geben.<\/p>\n<p>Nach 8 Stunden endete diese erste Vesammlung. <\/p>\n<p>So, das war der erste Streich, der zweite folgt sogleich. Also im Mai. Dann wird die Mitgliederversammlung fortgestetzt.<\/p>\n<p>In diesem Sinne: Nur der HSV!<br \/>\n<small>(was so von einigen Redner abschlie\u00dfend gesagt wurde, lesen die hier mit?)<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Sonntag war es wieder so weit. Die allj\u00e4hrliche Chaosveranstaltung Mitgliederversammlung des HSV e.V. stand an. Wenn man den Medien glauben schenken durfte, sollte diese Versammlung wieder das reinste Chaos werden. Eine Generalabrechnung mit den ehemaligen Vorst\u00e4nden Bernd Hoffmann und Katja Kraus stand an. Die Entlastung sollte verw\u00e4hrt werden. 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