{"id":6674,"date":"2013-12-06T08:00:55","date_gmt":"2013-12-06T07:00:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nedsblog.de\/?p=6674"},"modified":"2013-12-16T09:37:58","modified_gmt":"2013-12-16T08:37:58","slug":"reformen-teil-i","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.nedsblog.de\/?p=6674","title":{"rendered":"Reformen, Teil I"},"content":{"rendered":"<p>Die folgenden Ausf\u00fchrungen stellen lediglich meine Meinung dar. Sie sind keine Empfehlung f\u00fcr eine Entscheidungsfindung f\u00fcr eine m\u00f6gliche Abstimmung am 19.01.2014 auf der Mitgliederversammlung. Vielmehr soll dieser Text mir helfen, meine Argumente zu finden um diese Entscheidung auf der MV f\u00fcr mich treffen zu k\u00f6nnen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nGesammelt habe ich meine Argumente in vielen Gespr\u00e4chen, Interviews, Artikeln und Blogeintr\u00e4gen. Ich habe mit Bef\u00fcrwortern und Gegnern der Ausgliederung gesprochen, bzw. deren Argumente gelesen\/geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Das als Vorrede.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich interessiert mich, welche Meinung ihr zu meinen Ausf\u00fchrungen habt. Ich w\u00fcrde mich freuen, wenn ihr eure Argumente oder eure Meinung zu dem Thema in die Kommentare schreibt.<\/p>\n<h2>Warum wird \u00fcber eine Ver\u00e4nderung im Verein diskutiert?<\/h2>\n<p>Zum einen, weil wir es k\u00f6nnen! Unser Verein ist ein demokratischer Verein. Die Mitglieder haben eine Stimme, die geh\u00f6rt werden mu\u00df! Das ist anstrengend und bedeutet viel Arbeit. Es unterscheidet uns von Kapitalgesellschaften, dort haben nur die &#8222;Geldgeber&#8220; eine Stimme, je nach Anteil an der Geselllschaft. Ohne diese Strukturen k\u00f6nnen die Verantwortlichen machen was sie wollen. Nat\u00fcrlich werden alle Spielbetriebe im Profifu\u00dfball versuchen, so nah wie m\u00f6glich am Kunden bzw. Fan zu sein, aber ein echtes Mitspracherecht gibt es nicht. <\/p>\n<p>Zum anderen weil bei uns im HSV seit Jahren keine Entwicklung zu sehen ist. Ich spreche hier ausdr\u00fccklich von Entwicklung, da mir der Begriff Erfolg zu undefiniert ist. Ja, das ist Entwicklung auch, aber la\u00dft mich das ein wenig ausf\u00fchren.<\/p>\n<p>Ich bin seit 1987 aktiver HSV Fan. Dies bin ich nach dem letztem Titelgewinn geworden, im September der damals anlaufenden Saison 87\/88. Mein erster Torwart in HSV Trikot war als Mladen Pralija, Josip Skoblar mein erster Trainer. Kein guter Einstieg. <\/p>\n<p>Wenn ich mir den HSV heute und damals angucke, hat sich nicht viel ge\u00e4ndert. Entwickelt hat sich der HSV nur im Bereich Stadion und Fans. Mittlerweile haben wir ein immer noch sehr modernes Stadion, es werden \u00fcber 30000 Dauerkarten jede Saison verkauft und der Zuschauerschnitt pro Spiel stabilisiert sich auf hohem Niveau.<\/p>\n<p>Alles andere sehe ich aber seit 26 Jahren im Stillstand. Versteht mich bitte nicht falsch, es geht mir nicht um fehlende Titel oder hohe Tabellenpositionen. Nein, es geht mir darum, da\u00df ich mich seit geraumer Zeit frage, f\u00fcr was der HSV eigentlich steht. Was ist das Leitbild des Vereins? Welche Ziele sind gesteckt und wie wollen wir diese erreichen?<\/p>\n<p>Diese Entwicklung wird bei vielen Fans und Mitglieder auch nicht gesehen. Hei\u00dft dort nur fehlender Erfolg. <\/p>\n<p>Aber was ist dieser Erfolg? Titel? Platz 2? Platz 3-7? Nichtabstieg? 300 Mio Euro Umsatz? Eine Jugendarbeit mit j\u00e4hrlich 2 Spielern, die ein Platz im Profikader finden? Weitere 50 Jahre Bundesliga? Welcher Erfolg ist gemeint? Und genau da m\u00f6chte ich, da\u00df angesetzt wird. Der Verein mu\u00df sich dar\u00fcber klar werden, was wir als Erfolg definieren, wohin wir wollen. Das darf und soll keine starre Definition in der Satzung sein, sondern mu\u00df j\u00e4hrlich \u00fcberpr\u00fcft und angepasst werden. <\/p>\n<p>Dar\u00fcber wird mir in allen Konzepten zu wenig gesprochen bzw. diskutiert. Es sollen professionelle Strukturen geschaffen werden, aber was machen wir dann damit? Die Tradition soll bewahrt werden, und dann? <\/p>\n<h2>Was soll sich \u00e4ndern?<\/h2>\n<p>Wenn man mich fragen w\u00fcrde, welche Ziele der HSV definieren sollte, dann fielen mir schon ein paar Dinge ein. <\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzliche Basis unserer Arbeit sollte der Verbleib der Profimannschaft in der 1. Bundesliga sein. Die regelm\u00e4ssige Teilnahme am internationalem Wettbewerb w\u00fcrde ich nicht als kurzfristiges Ziel ausgeben, dies sollte aber ein mittelfristiges Ziel sein. Ich will hier Bernd Hofmann nicht in den Himmel loben, aber als er angetreten ist, hat er ganz klare Zielvorgaben \u00f6ffentlich gemacht. So \u00e4hnlich stelle ich mir das vor. <\/p>\n<p>F\u00fcr die Bundesliga sollte mittelfristig das Ziel sein, da\u00df wir regelm\u00e4ssig zu den Top 8 Mannschaften der Liga geh\u00f6ren. Warum diese Zahl? Nimmt man die durchschnittliche Tabellenplatzierung des HSV in 50 Jahren Bundesliga, so landen wir auf Platz 8. Ich will aber eben, da\u00df es kein Durchschnittswert ist, sondern das wir von dort nach oben gucken.<\/p>\n<p>F\u00fcr den internationalen Wettbewerb w\u00fcrde ich \u00e4hnliches Ausgeben, wie es Bernd Hofmann gemacht hat: Mittelfristig wollen wir in die Top20 der europ\u00e4ischen Vereine eindringen und diesen Platz langfristig nicht mehr abgeben. Faktoren zur Messung sollte der Umsatz, die UEFA 5 Jahreswertung und die Anzahl der Zuschauer sein.<\/p>\n<p>Langfristig (aber Divese allen Handelns) ist der Aufbau von Eigenkapital das wesentlich Ziel. Das macht uns unabh\u00e4ngiger von Gl\u00e4ubigern, selbst erwirtschaftetes Geld ist immer noch das beste Geld.<\/p>\n<p>Kurzfristig anzugehen ist die Basis unserer Bundesligamannschaft. Welche Art von Fu\u00dfball will der Verein spielen? Welche Art von Spieler m\u00f6chte er in seinen Reihen haben? <\/p>\n<p>Das mu\u00df sofort klar definiert werden. Nun bin ich kein Fachmann im Fu\u00dfball, aber wenn man definiert, da\u00df man mit jungen Nationalspielern einen Kern der Mannschaft aufbauen m\u00f6chte, ist dies nicht allzu unrealistisch. (Ja, ich verstehe den Einwurf, da\u00df man diese Spieler nicht halten kann, wenn man in der Liga nicht um Titel und im internationalen Wettbewerb nur zuschaut. Aber dazu sp\u00e4ter mehr). <\/p>\n<p>Wichtig ist mir dabei zu sagen, da\u00df es nicht darum geht junge deutsche Nationalspieler im Kader zu haben. 1. ist mir egal wo jemand her kommt und 2. tummeln sich meiner Meinung nach zu viele Vereine auf diesem Markt in Deutschland.<\/p>\n<p>Damit wir aber nicht 100 Mio Euro in die Hand nehmen m\u00fcssen, um junge Nationalspieler zu kaufen, sollten wir doch am besten diese selber ausbilden. Das ist auf die Dauer billiger. Jetzt haben wir ja in ein paar Jahren einen tollen HSV Campus, aus dem die Nachwuchstalente nur so sprudeln werden. Das ist schon mal ein guter erster Schritt. Das Internat wird zu unserem Hauptsitz geholt. (Fragen wie: In welche Schule gehen die Jungs dann werde ich mal auf der MV stellen, im Moment gibt es ja eine Kooperation mit der Heidberg Schule). <\/p>\n<p>Aber das reicht noch lange nicht.<\/p>\n<p>Mittelfristig mu\u00df es ein Ziel sein, da\u00df wir in der Jugendarbeit die in Norddeutschland die erste Anlaufstelle f\u00fcr Talente sein m\u00fcssen. Daf\u00fcr m\u00fcssen wir nicht h\u00f6here <strike>Abl\u00f6sesumme<\/strike> Ausbildungsentsch\u00e4digungen an andere Vereine zahlen, sondern den jungen Spielern und vor allem ihren Eltern ein Paket anbieten, welches andere Vereine nicht anbieten k\u00f6nnen. Da geht es um schulische Ausbildung, Betreuung der Kinder und das Anbieten von Perspektiven, wenn es mit dem Profifu\u00dfball nicht klappt. Warum nicht bei den vielen gro\u00dfen Hamburger Unternehmen nachfragen, ob man nicht Kooperationen eingehen m\u00f6chte um den jungen Spielern Ausbildungspl\u00e4tze zu bieten? Oder Studienpl\u00e4tze an einer Universit\u00e4t? Perspektiven anbieten, f\u00fcr Eltern und Kind. Klar, der Fokus der Kids wird nur der Fu\u00dfball sein, aber der Verein mu\u00df meiner Meinung nach auch Alternativen aufzeigen und die Risiken klar machen. <\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rt meiner Meinung nach vor allem gut ausgebildete Trainer in den Nachwuchs- und Amateurmannschaften. (Diese Trennung gibt es in der Jugend, Sinn und Zweck des ganzen kann mal an einer anderen Stelle diskutiert werden). Bis in die Mannschaft mit den j\u00fcngsten Spielern ben\u00f6tigen wir Trainer die nicht nur einen Trainerschein besitzen, sondern auch p\u00e4dagogisch entsprechend ausgebildet sind. <\/p>\n<p>Es mu\u00df meiner Meinung nach das Ziel sein, da\u00df uns in einem Umkreis von 200 km um Hamburg rum kein Talent verloren geht. Meinetwegen die Kooperation mit anderen Vereinen erh\u00f6hen (in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachen und Mecklenburg-Vorpommern). Ja, das wird Geld kosten. Das hat aber Thiago Neves auch. Und ich glaube, da\u00df man damit mehr Geld verdienen kann, als in dem Kauf von vermeintlich fertigen Spielern.<\/p>\n<p>Das sind meine Beobachtungen und meine Meinung. Wir haben gerade in der Profimannschaft drei Spieler, die aus der eigenen Jungend entwickelt worden sind: Maxi Beister, Zhi Gin Lam und Jonathan Tah. Und um dem Vorwurf, ich will ja nur 11 Hamburger auf dem Platz sehen, zu entgehen m\u00fcssen wir nat\u00fcrlich Spieler dazu kaufen, die eine entsprechende Qualit\u00e4t mitbringen. Daf\u00fcr brauchen wir nat\u00fcrlich Geld, zum Geld komme ich aber gleich noch.<\/p>\n<p>Solche Ziele w\u00fcrde ich mir von den Verantwortlichen w\u00fcnschen. Mir wird immer noch zu kurzfristig gedacht. Ich habe von unserem Vorstand noch nie geh\u00f6rt, wo er den HSV in 3, 5 oder 7 Jahren sehen m\u00f6chte. Der Vorstand hat zur letzten Saison ge\u00e4u\u00dfert, da\u00df wir in der Bundesliga einen einstelligen Tabellenplatz erreichen wollen, dieses Jahr soll es ein Platz sein, der zum Spielen in einem internationalem Wettbewerb reicht. Ich finde es gut, wenn man Ziele ausgibt, aber haben wir vom Vorstand schon mal geh\u00f6rt, was er in 3 Jahren erreichen m\u00f6chte? Ich kann mich nicht errinnern.<\/p>\n<h2>Geld als Faktor?<\/h2>\n<p>Ja. Geld ist ein wesentlicher Faktor im Profifu\u00dfball. Geld ist auch ein wesentlicher Faktor im Amateursport. F\u00fcr einen Amateursportverein sind Mitgliedsbeitr\u00e4ge und Sponsorengelder wichtige Einnahmequellen. Das gilt auch f\u00fcr unsere Amateursportabteilungen. Einige kommen damit gut zurecht, andere weniger.<br \/>\nIm Profifu\u00dfball ist man vor allem auf externes Geld angewiesen. Die Mitglieder zahlen an die Profimannschaft ja kein monatlichen Betrag. Und selbst wenn, dieser w\u00e4re verschwindend gering. <\/p>\n<p>Die Einnahmensituation des HSV kann man in diesem <a href=\"http:\/\/spielverlagerung.de\/2013\/10\/29\/finanz-analyse-hamburger-sportverein-hsv\/ \" target=\"_blank\">Artikel<\/a> sehr gut und detailliert nachlesen.<br \/>\nAuch zur Ausgabensituation ist dort sehr viel zu lesen. <\/p>\n<p>Wir haben im Moment quasi keinen finanziellen Spielraum zur Verf\u00fcgung. Das dritte Jahr in Folge haben wir unser negatives Eigenkapital verdoppelt. (Die Zahlen von 2012 lagen bis zur Erstellung nicht vor, aber der Vorstand hat einen Fehlbetrag von ca. 8 Mio. Euro bereits quasi best\u00e4tigt). Wir haben unsere Substanz also aufgebraucht. <\/p>\n<p>Was also tun? <\/p>\n<p>Tja, wenn ich das w\u00fc\u00dfte, s\u00e4\u00dfe ich nicht hier vor dem Artikel sondern w\u00fcrde mit Oliver Kreuzer im Vorstand des HSV sitzen.<\/p>\n<p>Aber: wir ben\u00f6tigen dringend eine Konsolidierung. Carl-Edgar Jarchow hat das zu Beginn seiner Amtszeit angek\u00fcndigt. Viel gesehen haben wir davon nicht. Wie oben beschrieben w\u00e4chst unser negatives Eigenkapital w\u00e4hrend Umsatz und Einnahmen sinken. <\/p>\n<p>Was allen klar sein mu\u00df: Der Umsatz und vor allem auch die Einnahmen sind zu einem sehr gro\u00dfem Teil vom sportlichen Erfolg der Profimannschaft abh\u00e4ngig. Das hat der oben verlinkte Artikel bei spielverlagerung.de deutlich gezeigt. Daran kann nichts und niemand kurzfristig etwas \u00e4ndern. Wir sehen es bei anderen Vereinen, die ob der internationalen Bekanntheit der Marke Zahlen auf den Einnahmentisch legen, an den wir nicht rankommen. Es wird nicht mehr vorkommen, da\u00df in Asien mehr Leute mit einem HSV Trikot rumlaufen als im ManUtd Trikot. Oder gar im BVB Trikot. Das geht nur mit langfristigem Erfolg in der Champions League einher. Ein zwei Identit\u00e4tsfiguren und dann rollt der Rubel. Davon sind wir fernglasweit entfernt. <\/p>\n<p>Was der Artikel bei spielverlagerung zeigt: Wir stehen europaweit mit den Spieltagseinnahmen sehr gut dar. Ich glaube auch nicht, da\u00df man daran was drehen kann. Noch teurere Tickets? Bier teurer machen? Eben. Da sind wir mittlerweile auf einem gut vertr\u00e4glichem Niveau angekommen.<\/p>\n<p>Merchandising ist sehr erfolgsabh\u00e4ngig. Ich hoffe unser Marketingvorstand sucht mit Sportfive nach weiteren Wegen diese weiter zu erh\u00f6hen. (Und ich hoffe es werden vermehrt t\u00fcrkische Unternehmen umbuhlt, wir haben einen aktuellen und einen zuk\u00fcnftigen t\u00fcrkischen Nationalspieler im Kader, die Gemeinde in Hamburg ist auch nicht gerade klein, da mu\u00df doch was drin sein. Hat bei Heung-Min Son auch in Korea geklappt!)<\/p>\n<p>Die TV Gelder h\u00e4ngen ebenfalls sehr vom sportlichem Erfolg statt. Um langfristig diese zu stabilisieren ben\u00f6tigen wir stabil hohe Tabellenpositionen (und am besten CL Gelder, aber das ist derzeit noch so weit entfernt, da reicht nicht mal ein Fernglas). Auch sehr schlecht planbar.<\/p>\n<p>Wenn die Einnahmen so schwankend und schlecht langfristig planbar sind, m\u00fcssen wir die Ausgabenseite konsolidieren. Das gr\u00f6\u00dfte Potential einer Einsparung ist im Personalaufwand zu sehen. Dazu hat der Vorstand sich auch bekannt. Ob und wie das nun alles immer richtig war, sei mal dahin gestellt. Es wurden einige teure Spieler abgegeben, andere hingegen nicht. Die Verl\u00e4ngerung von Dennis Diekmeier kann mal als positives Beispiel heran gezogen werden. Aber was man sagen mu\u00df: Fu\u00dfball wird immer teurer. Vergleicht man unsere Personalausgaben von 2003\/2004 mit denen der letzten Saison (11\/12) dann sind diese mehr als doppelt so hoch. Das gleich gilt dann auch f\u00fcr die gesamten Ausgaben. Daran wird sich auch so schnell nichts \u00e4ndern. In Hamburg mu\u00df (?) man mehr bezahlen, damit ein Spieler hier Fu\u00dfball spielt. Oder etwas positiver: Hamburg ist so teuer, da braucht es halt ein wenig mehr auf dem Konto. Daf\u00fcr kann der arme <strike>Berater<\/strike> Spieler ja nichts.<\/p>\n<p>Okay, zur\u00fcck zu den Ausgaben: Wir werden nicht mehr dazu kommen lediglich 30 Mio. f\u00fcr einen Kader auszugeben und international zu spielen. Das kann man ein Jahr machen, zehrt dann aber an der Substanz der Mannschaft. Hei\u00dft f\u00fcr mich, wir m\u00fcssen uns auf ein Etat von 35-45 Mio. Euro einstellen. Jetzt kann man dar\u00fcber streiten, wieviel ein Spieler tats\u00e4chlich wert ist und wieviel ihm bezahlt wird. Das ist aber m\u00fcssig, w\u00fcrde jeder von uns doch sofort 1000 Euro Netto im Monat mehr nehmen, wenn er daf\u00fcr lediglich seine Arbeit macht. Also wird es immer einen Spieler geben, der viel Geld bekommt und daf\u00fcr seine Leistung vermeintlich nicht bringt. <\/p>\n<p>Diese 35-45 Mio. sind also weise auszugeben. Da kommt es auf die handelnden Personen an. Helfen w\u00fcrde aber eine klare Vorgabe. Keine Ahnung, sowas wie: Nicht mehr als Summe x wird bei uns als Gehalt gezahlt. Das fehlt mir schon seit Jahren. Aber das kann ja auch einfach daran liegen, da\u00df es nicht in die \u00d6ffentlichkeit gelangt. <\/p>\n<p>Wir haben also tats\u00e4chlich nicht sehr viele Stellschrauben um von unserem negativen Eigenkapital schnell runter zu kommen. Da w\u00e4re es doch gut, wenn wir von extern \u00fcber andere Quellen Geld erhalten w\u00fcrden. Probiert haben wir das Transferbeteiligungsmodell (Anstoss hoch 3) mit einem Logistikm\u00e4zen. Das ging ziemlich schief, war der Geldgeber mit den Spielern, an denen er beteiligt war, sehr unzufrieden. Der jetzige Vorstand hat dieses Modell auch abgelehnt.<br \/>\nGeld von extern &#8222;einfach&#8220; so in den Verein zu investieren ist f\u00fcr externe Geldgeber ebenfalls nicht leicht. Zum einen spricht das financial fair play dagegen, zum anderen braucht es einen Vorgang, mit dem das Geld in die Kassen gelangt. Und die meisten dieser Vorg\u00e4nge kosten uns Steuern. <\/p>\n<p>Also bieten wir doch einfach was an, was ein Investor kaufen kann. Anteile zum Beispiel. Bei einem Verein so einfach nicht m\u00f6glich, bei einer Kapitalgesellschaft ein leichtes. Sofern es denn jemand gibt. Aber nehmen wir diesen Fall mal an: Jemand l\u00e4\u00dft Geld springen, f\u00fcr x % Anteile an der Gesellschaft. Damit w\u00e4re uns auf einen Schlag geholfen.<br \/>\nJa? Ich habe da ein wenig Zweifel. 15-20 Millionen von diesem Geld m\u00fc\u00dfte erstmal in die Deckung des Fehlbetrages gehen. Die sind weg und wir stehen dann endlich bei 0 negativem Eigenkapital dar. Hilft sehr. Aber wir wollen doch mit den x Mio. Euro nicht nur unsere Schulden bezahlen. Es sollen doch auch Spieler her! Also gut, kaufen wir also 1-5 Spieler f\u00fcr das restliche Geld. (wenn man im Vorstand dann schlau ist, hat man die Gehaltszahlungen der Spieler \u00fcber die Vetragslaufzeit mit in den x Mio. Euro externem Geldgebergeld einberechnet!)<\/p>\n<p>Und dann? Dann haben wir diese Spieler im Kader. Es kann gut ausgehen und wir spielen in oberen Tabellenpositionen, bekommen mehr Geld aus dem TV Topf, erreichen vielleicht sogar einen internationalen Wettbewerb. Durch diesen Erfolg steigen die Einnahmen. Wir k\u00f6nnen sogar vielleicht Eigenkapital aufbauen. (Klingt ein wenig nach der sportlich erfolgreichen Zeit unter Bernd Hoffmann, da hat es ja recht gut geklappt). Wenn es schlecht ausgehen sollte (die 1-5 Spieler verletzen sich, passen nicht zum Trainer, denkt euch was aus) sieht es anders aus. Eine Garantie gibt es f\u00fcr beides nicht.<\/p>\n<p>Was ich am Verkauf von Anteilen so schwierig finde: Es sind einmalige Einnahmen. Nichts langfristig wiederkehrendes. Das macht mir sogar Sorgen. Ich glaube nicht an die M\u00e4r vom Ausverkauf des Vereins an Scheichs oder Oligarchen, ich denke das wird auch ein Vorstand einer Kapitalgesellschaft nicht wollen. Aber mir macht die Sorge vor der Verpuffung des Betrags zu viel Angst. Dazu ist das Gesch\u00e4ft Profifu\u00dfball von viel zu vielen Faktoren ohne direkten Einflu\u00df abh\u00e4ngig. Und die Anteile sind dann weg und vor allem auch nicht noch mal diese Summe beim Erstkauf wert. Von den negativen M\u00f6glichkeiten bei dem Kauf von Spielern will ich gar nicht erst anfangen.<\/p>\n<p>Der kurzfristige Effekt ist mir einfach zu wenig, als da\u00df ich dem Verkauf von Anteilen zustimmen kann. Auch ich habe dieses &#8222;Wir verkaufen unsere Seele&#8220; Gef\u00fchl in mir, hoffe aber in meinem Text ist klar geworden, da\u00df dies nicht mein einziges Argument gegen den Verkauf von Anteilen ist.<\/p>\n<h2>Die Strukturen haben Schuld!<\/h2>\n<p>Ja! Ein eindeutiges Ja! Wir haben nur diese Struktur und die ist auch schuld an der jetzigen Situation. <\/p>\n<p>Aber wir haben diese Strukturen nicht seit 1887. Das war alles eine Entwicklung aus den Erfahrungen der Jahre. Dabei waren titelreiche Jahre (1979 &#8211; 1987) und eben titellose (1987 &#8211; heute). Gerade die Zeit vor 1987 besch\u00e4ftigt mich immer wieder. Damals waren die Strukturen noch nicht so demokratisch und mitbestimmend wie heute. Dennoch wurde es nicht geschafft, den HSV nachhaltig auf sichere Beine zu stellen. Klar, der TV Gelder und Merchandising Zug rollte erst so ab den 90ern an, aber das meine ich nicht. Was hat man damals getan, um den HSV so aufzustellen, da\u00df er finanziell und sportlich auf einer guten Basis steht? Thema Nachwuchs, Thema Einnahmen, Thema Vermarktung.<br \/>\nAuch damals war also die Struktur verantwortlich. War die Struktur auch schuld daran, da\u00df wir unseren Verein 6 Jahre lang auf solide Beine stellen konnten und sportlich ein Aufwind erfahren haben? Ja, damals waren sie an dem Erfolg auch schuld, in diesem Fall eben positiv. <\/p>\n<h2>Die Personen haben Schuld!<\/h2>\n<p>Wie bei den Strukturen: ein ganz klares JA!<br \/>\nDie handelnden Personen sind schuld, weil sie eben handeln. Hier stellt sich dann aber nur die Frage, ob sie absichtlich schlechtes tun, oder eben nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden. Ich denke letzteres, bisher ist mir jedenfalls nichts anderes zu Ohren gekommen.<\/p>\n<p>Alle Entscheidungen im Verein (Sponsorenvertr\u00e4ge, Spielertransfers, Schlie\u00dfung von Abteilungen, etc.) werden von Personen gef\u00e4llt. Da kommt man nun einfach mal nicht rum. Wie gut oder schlecht diese Entscheidungen sind kann man zudem erst hinterher wissen.<\/p>\n<p>Sind die Strukturen denn Schuld an den Personen, die handeln? Aber Ja! Wer sonst. Die Personen werden gew\u00e4hlt\/bestellt, je nach dem, wie die Gesch\u00e4ftsordnung\/Satzung es bestimmt.<\/p>\n<h2>Zwischenfazit<\/h2>\n<p>So viel zu der aktuellen Situation aus meiner Sicht. Im n\u00e4chsten Teil versuche ich zu erkl\u00e4ren, was sich meiner Meinung nach \u00e4ndern mu\u00df. Dabei wird kein Blatt vor den Mund genommen.<\/p>\n<p>Bis dahin hoffe ich auf eure Kommentare. Schreibt mir, was ich richtig sehe und vor allem aber, wo ich so richtig falsch liege. Ich freue mich \u00fcber jeden Kommentar!<\/p>\n<p>In diesem Sinne: <strong>Nur der HSV!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die folgenden Ausf\u00fchrungen stellen lediglich meine Meinung dar. 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