
Heiligabend. Früher war das Aufregung, Spannung und Extase.
Dann Routine, Enttäuschung und unwichtig.
Irgendwann kam die Spannung zurück (eigenes Kind hilft) und dann ist das selbige aber am Heiligabend nicht da.
Die Juniorette und ich haben heute Selfies über das Handy ihrer Mutter ausgetauscht. Anders, neu, weit weg, aber gut.
Heiligabend war die letzten Jahre nicht „wichtig“. Dieses Jahr hatte meine Mutter eingeladen und meine Schwester hatte zugesagt nach Mümmel zu kommen. Früher™ sind sie immer zu ihr nach Rinteln gefahren, Enkelkinder sind dann ein Magnet, welches nicht zu unterschätzen ist. Dies Jahr war es anders.
Das Essen war geil. Vorspeise eine Rinderbrühe (aus dem Knochen ausgekocht, selbstverständlich) mit Eierstich und Fleischklößen. Die Hauptspeise war Kartoffelsalat (von meinem Bruder hervorragend zubereitet, mit Mayonnaise, um gleich mal Aufmerksamkeit zu bekommen), Wiener, Frikadellen und eine Hähnchenbrust mit Lauch in Zwiebelsuppe gegart.
Ihr seht, Tradition ist uns egal. Wenn am Tisch 11 Personen sitzen, der kleine Tisch vom Balkon musste vorne ran gestellt werden, damit alle Platz finden, dann fängt meine Mutter kein drei Gänge Menü an. Warum auch.
Es war das erste Mal seit vermutlich 20 Jahren, dass ich mit meiner Schwester am Heiligabend zusammen am Tisch gesessen habe. Solch Tradition kann auch eben mal so lange aussetzen um immer noch gut zu sein. Mein Bruder fasste zwischendurch treffend zusammen: auf den nächsten Beerdigungen steht niemand alleine da, es sind so viele von uns jung, es wird nicht einsam. Word!
Nach den Essen stand die Bescherung an. Ich selber hatte mit der Juniorette zu wenige, dieses Leuchten in den Augen der Kinder. Mein einer Neffe ist 18, war aber dennoch überrascht von einem Geschenk, meine ältere Nichte ist 15 und ist ob ihres Geschenkes quasi ausgeflippt, wogegen meine jüngste Nichte seit dem Essen an nichts anderes als ihre Geschenke denken konnte.
Es war toll. Die Mutter von meinem Stiefvater, die ich seit Jahren nicht gesehen habe, war da, ich habe tolle Gespräche geführt und der Weihnachtsbaum hatte echte Kerzen.
Zusammen gefasst: ich hoffe ihr alle habt alle einen solch schönen Tag erlebt wie ich.
Nun bin ich auf dem Weg zur Besten, die einem Freund versprochen hat, dass er Heiligabend nicht alleine sein braucht. Ich wollte früh ins Bett, Familie, sie verstehen.
Liebe ist wichtiger als alles.
In diesem Sinne
Tags: 24.12.2017, Tagebuch