NedsBlog

Meine Sicht der Dinge

20. Mai 2015
von nedfuller
5 Kommentare

Niemand vermisst mich

Meine Erinnerung ist leider nicht so gut, ich weiß nicht, wann ich das letzte mal bei einem Heimspiel beim HSV war. Vielleicht habe ich den Besuch auch einfach verdrängt. Ich weiß, daß es in der Hinrunde war und ich seit dem nicht mehr dort war.

Die bange Frage war die ganze Zeit: Wird es eine Auswirkung haben, daß ich nicht mehr ins Stadion gehe?

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20. April 2015
von nedfuller
6 Kommentare

Die Struktur ist schuld!

So war es zu hören, so wurde argumentiert, so wurde ausgegliedert…

Um es vorweg zu nehmen: Auch mit dem HSV noch als eingetragener Verein wäre die Lage nicht besser als sie es jetzt ist. Es ist da tatsächlich egal, was oben passiert. Wenn unten auf dem Platz keine Tore geschossen werden, dann liegt es nicht an der Organisationsform.

Aber ich glaube man kann langsam sagen: Die Ausgliederung war falsch. Es hat sich nämlich nichts geändert. Die Verantwortlichen der AG sind genauso von Eitelkeit getrieben wie sie es beim e.V. zuletzt waren. Anstatt sich in Ruhe hinzusetzen, wollte sich die Mitgliedschaft für Europa aufstellen. Und bekommen es noch nicht mal hin, die Klasse zu halten, so sieht es zumindest derzeit aus.

Bei der Ausgliederung vom 25.05.2014 ging es nicht um die Rechtsform des HSV. Vielmehr sollten Köpfe rollen, endlich Profis ans Werk gelassen werden. Zum Teil sind es die gleichen Profis, die schon im e.V. gearbeitet haben, aber was weiß ich schon.

Der Umbruch wurde verpasst. Wie immer wurde mit der Geldkanone auf alles geschossen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, ohne nach Sinn und Verstand zu fragen. Es wurde an Trainern fest gehalten, obwohl die einmalige Chance bestand, den Umbruch auch dort zu vollziehen. Man hätte Herrn Slomka sagen können, daß es sehr nett von ihm war die Klasse zu halten, aber man nun einen anderen Weg gehen möchte. Die Verpflichtungen von Bernhard Peters war ein erster Schritt. Auswirkungen seiner Arbeit werden aber erst in ein paar Jahren zu sehen sein. Wenn er dann noch da sein sollte.

Mit Peter Knäbel holte man sich einen Verantwortlichen für die Profimannschaft, mit dem man locker einen Umbruch hätte beginnen können.
Und dann sitzt er als Trainer auf der Bank.

Der Aufsichtsrat hätte die Chance gehabt zu beweisen, daß er eben nicht von persönlicher Eitelkeit getrieben wird, sondern in Ruhe die Arbeit des Vorstands überwachen möchte. Was in aller Welt hat den Aufsichtsratsvorsitzendem dazu getrieben, Aussagen über potentielle neue Trainer zu machen? Manfred Ertl wäre für diese Aussage öffentlich hingerichtet worden. Aber es sind ja Profis am Werk

Ganz ehrlich: All das hätte man auch als e.V. haben können. Und dann setzt man sich zusammen und schaut, was man alles besser machen muß.

Aber dafür werden jetzt Anteile verscherbelt, ohne daß die Käufer einen Sitz im Aufsichtsrat bekommen. So wie es bei einer AG ganz normal ist. Nein, bei der HSV AG sitzt zwar die rechte Hand des größten Anteilseigners nach dem e.V. im Rat. Aber das hat natürlich nichts mit seiner Beziehung zu Klaus-Michael Kühne zu tun.

Meiner Meinung nach wurde alles falsch gemacht, was nur falsch gemacht werden konnte.

Aber man hatte ja keine Zeit. Die alten Zöpfe mussten schnell abgeschnitten werden. Der Umbruch sofort und in aller Konsequenz kommen. Nun, das ist alles passiert. Ist es das, was erwartet wurde?

Und Europa ist weit weg.

Jetzt hat der HSV nichts mehr. Keine Identität, nur noch ein Fußballclub wie viele andere. Ja, gut, die Raute ist seit 1919 da, aber mehr auch nicht.

Ich hoffe alle, die für die Ausgliederung in dieser Form gestimmt haben, können morgens noch in den Spiegel gucken. Ich könnte das nicht.

Allen, die emotional noch beteiligt sind wünsche ich viel viel Kraft für die letzten Spiele.

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23. März 2015
von nedfuller
20 Kommentare

This is the end…

…beautiful friend
This is the end, my only friend, the end

Abtretung_Dauerkarte

Am Samstag nachmittag war es so weit. Ich habe den Antrag auf Abtretung meiner Dauerkarte aus gefüllt. Dieser Schritt hatte sich angekündigt, war mir schon lange klar, daß ich in der Arena nichts mehr zu suchen habe. Zur neuen Saison sollte die Dauerkarte in gute Hände übergeben werden. Was ich aber nicht wußte, die Vorbereitung dazu kann man jetzt schon machen. Also habe ich den Antrag ausgefüllt. Nicht per sofort, der Schnitt wäre mir zu stark gewesen, obwohl ich nicht mehr in die Arena gehe.

Auch wenn es nur eine Unterschrift auf einem Wisch Papier ist, es geht etwas zu Ende. Jahrelang war der Gang ins Stadion wichtig für mich. Nach einem Heimspiel konnte ich es kaum erwarten, wieder hin zu gehen. Meine gesamte Freizeitplanung drehte sich trotz Tochter um diese Stadionbesuche. Vor zwei Jahren fing ich an sogar Auswärts zu fahren.

Dies ist hier keine 34er Geschichte, ich war leider nie ein Allesfahrer. Auch International war ich viel zu selten dabei. (für die jüngeren Leser: Ja, der HSV hat mal International gespielt!)

Ich bin kein Ultra, hatte sogar mal ein Disput mit der CFHH, aber in den letzten Jahren fing ich an, Choreos mit zu basteln und aufzubauen. Das war mein kleiner Weg den Verein zu unterstützen.

Aktiv war ich im Verein auch nie. Bis auf die Mitgliederversammlungen habe ich mich nicht ehrenamtlich engagiert. Ich war mal beim Eishockey, hab mir U23 und U19 Spiele angeguckt.

Der Verein war emotional sehr viel für mich.

Doch nach der Mitgliederversammlung am 25.05.2014 ist viel in mir kaputt gegangen. Dieser Hass, diese Ignoranz, es ging bei mir einfach nicht mehr. Dennoch konnte ich meine Dauerkarte einfach nicht abgeben. Ich wollte sie mit ins Grab nehmen, niemals meinen Platz in 22C abgeben. Also versuchte ich das erste Heimspiel gegen Paderborn. Doch beim ersten Gegentor fühlte ich nichts. Keine Freude, keine Zufriedenheit, einfach nichts.

Es waren dann drei Gegentore, ohne Gefühl, ohne emotionalen Beitrag von mir. Ich sang keine Lieder mit, weil es sich für mich falsch anfühlte. Es war nicht mehr der Hamburger Sport-Verein dort unten auf dem Rasen, sondern die HSV Fußball AG. Das fühlte sich einfach nicht richtig an.

Ich war dann noch mal im Stadion, habe auch ein Tor gesehen. Wieder ohne Emotion.

Da stellte sich mir die Frage, was ich noch in der Arena zu suchen habe? Fußball kann ich auch woanders gucken und ohne emotional dabei zu sein, was habe ich da verloren?

Also ging ich einfach nicht mehr hin. Es ist schon so weit, daß ich mich nicht mehr erinnere, welches das letzte Spiel war, daß ich im Stadion gesehen habe. Es war mir einfach egal. Selbst zu Hause habe ich oftmals nicht das Einzelspiel bei Sky geguckt, sondern die Konferenz.

Klar habe ich weiterhin über den HSV geredet, mich über so viele Dinge aufgeregt, daß manche mir sogar vorgeworfen haben, ich würde alles nur negativ sehen. Ja, das mag so sein, aber ich habe auch leider wenig Positives gesehen.

Nun ist es aber soweit. Das ganze bedeutet mir einfach nichts mehr. Die Ausgliederung hat mich vom Profifußball der AG entfernt. Das Verhalten der Verantwortlichen seit dem. Meine Bindung ist weg.

Ob das ganze für immer ist? Keine Ahnung. Ich habe mal gedacht ja, es ist für immer.

Ich habe noch das letzte Spiel in dieser Saison, in der ich mich von der Arena verabschieden will. So lange es noch Holsten gibt und es nicht das Volksparkstadion von Kühnes Gnaden ist, werde ich mein Abschied suchen. Oder vielleicht nicht.

So, das tat gut und gleichzeitig weh.

Nun noch ein paar Antworten:
Aber es ist doch egal, ob es eine AG oder ein Verein ist, die Raute ist die Raute
Ja, das stimmt inhaltlich komplett. Für viele ist das auch so. Für mich nicht. Es ist nicht mehr mein Verein, der in der Bundesliga spielt. Mein Verein hatte mehr für mich, als nur Profifußball. Mitbestimmung, Diskussionskultur und ich war Teil des ganzen. Jetzt bin ich nur ein Kunde. Das geht in vielen Dingen, beim Fußball geht das für mich einfach nicht.
Ich kann jeden verstehen, für den das nicht so ist. Beide Borussias in der Bundesliga sind Kapitalgesellschaften und trotzdem pilgern tausende wöchentlich ins Stadion und lieben ihren “Verein”.
Ja, auch das stimmt. Wenn man sich aber zum Beispiel die Borussia VfL 1900 Mönchengladbach GmbH anschaut, dann gibt es ein Unterschied. Die Form der Kapitalgesellschaft wurde bewußt als GmbH gewählt, damit die Einflüsse von außen fast ausgeschlossen werden können. Es ging tatsächlich darum, den gemeinnützigen Verein vom Profibetrieb steuerlich und rechtlich zu trennen. Diesen Weg wäre ich auch gerne mitgegangen. Nur konnte und wollte niemand darüber diskutieren, die beste Lösung suchen. Das Alte sollte weg und schnell umgebrochen werden (Die Auswirkungen sehen wir ja aktuell gerade…)

Die Liebe für den Verein geht doch nicht weg!
Ja, auch das stimmt. Meine Liebe zur Raute geht nicht weg. Ich gehe auch weiter zum HSV e.V. und gucke Fußball. In der Bezirksliga Nord halt. Dort schreie ich die Mannschaft nach vorne und bin emotional voll dabei.

Ab Sommer wird dann eine neue Liebe versucht: Der HFC Falke e.V.
Ob es jemals das gleiche wie der HSV für mich wird? Keine Ahnung, kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich habe nur gesehen, was in Manchester beim FC United of Manchester auf die Beine gestellt wurde, mit wie viel Stolz die Mitglieder über ihren Club sprechen.
Die Anfänge sind für sehr vielversprechend, ein Verein in dem Mitbestimmung ganz oben steht ist genau mein Ding. Ich fühle mich dort wohl, bin Teil des Vereins. Ich freue mich auf dem Sommer, wenn ich Kreisklassenfußball im Stadion sehen kann.

Du läßt die Mannschaft im Stich
Joa, so wie die Spieler mich in den letzten Jahren? Im ernst, ich glaube es ist dem Großteil der Spieler scheiß egal, ob ich da oben stehe oder nicht. Das ist auch okay, aber so ein wenig Identifikation für das, wofür der HSV mal stand habe ich mir immer gewünscht. Und jetzt? Sind die Spieler noch mehr Angestellte. Das ist völlig in Ordnung. Mehr sollen sie im Geschäft Profifußball auch nicht.

Wer noch weitere Fragen hat, kann mir diese gerne in den Kommentaren stellen. Ich antworte gerne darauf.

Ebenfalls werde ich weiterhin meine Meinung über die AG äußern. 28 Jahre lassen sich nicht so einfach abschütteln.

In diesem Sinne: Scheiß AG! Nur der HSV e.V.!

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8. September 2014
von nedfuller
7 Kommentare

Anfang und Ende

Es mag komisch klingen, aber ich habe nie in einem Verein Fußball gespielt. Damals, vor 32 Jahren, war ich bei einem Training des SV Havighorst dabei, aber es war Winter und wir mußten in der Halle im Kreis laufen. Ohne Ball. Als Jungspund war das der Todesstoß für meine Karriere als Fußballer. Ich habe meinem Vater erzählt (einer der Gründer des SV Havighorst), daß das nichts für mich ist.
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11. Juli 2014
von nedfuller
23 Kommentare

Da war noch was…

Die Saison ist schon 7 14 21 sehr viele Tage vorbei.

Es fällt mir immer noch schwer über die letzten 10 Monate zu schreiben, immer wieder habe ich begonnen und nach ein paar Wörtern abgebrochen. Es wurde doch schon alles geschrieben. Es wurde alles von allen geschrieben. (naja, nicht so ganz, die wichtigen HSV Blogs, die ich lese, haben ebenfalls noch nichts zu der Saison geschrieben, es geht mir also nicht alleine so).
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