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Meine Sicht der Dinge

der Rafael, der Klaus-Michael und der HSV

Der großzügige Logistikmäzen hat sich erneut geäußert. In einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt (Teil 1 / Teil 2) hat er sich zusammen mit seinem Lieblingsspieler einigen Fragen gestellt.

Ich habe es gelesen. So ein paar Dinge haben sich für mich bestätigt.

Nehmen wir das Thema Einflußnahme

Drei Tage nach meiner improvisierten Pressekonferenz, auf der ich die HSV-Verantwortlichen aufgefordert hatte, sich energischer um einen Transfer van der Vaarts zu kümmern, hat mich Rafaels Berater angerufen.

Im Juli war die erwähnte Pressekonferenz.
Wie konnte seit dem der Sportvorstand seine Arbeit verrichten, wenn immer dieser Name im Umfeld an den gesamten Vorstand herangetragen wurde?

Ich hatte den Eindruck, dass die Herren nicht so recht an die Realisierbarkeit glauben konnten. Das war aus meiner Sicht schon in der Vergangenheit ein Grundproblem beim HSV: Es wurde zu klein gedacht. Ich habe aber nicht lockergelassen, habe immer wieder nachgefragt.

Wir wollen bestimmt nicht klein denken! Wir können/konnten es nicht tun! Schon mit der Verpflichtung von Badelj und Jiracek sind wir ein finanzielles Risiko eingegangen. Dies sagt zumindest der Aufsichtsratsvorsitzende.

Im Grunde genommen habe ich dieses Mal die Strippen gezogen, das habe ich vor zwei Jahren noch nicht gemacht.

Ich wiederhole gerne meine Fragen: Warum wird von das „Scouting“ eines externen Gönners wichtiger erachtet als der Plan des eigenen Sportvorstandes?
Wieso läßt der Vorstandsvorsitzende die Pläne seines Kollegen fallen, wenn von außen so ein Vorschlag kommt? Vertraut er dem Fachwissen seines Kollegen nicht?
Mal im ernst, hätte Bernd Hoffmann damals so eine Nummer an Dietmar Beiersdorfer vorbei durchgezogen, wäre das Geschrei groß gewesen.

Ist „die Strippen ziehen“ kein Einfluß? Ist es das nicht? Wirklich nicht?

Das van der Vaart nicht bereits vor 2 Jahren nach Hamburg gewechselt ist, liegt übrigens an Stuttgart:

Und auch nur, wenn man Mladen Petric am gleichen Tag für sechs Millionen Euro nach Stuttgart abgibt. Meine Hilfe konnte ich ihm zwar anbieten, aber Stuttgart hat letztendlich nur 2,5 Millionen Euro für Petric geboten.

Wie großzügig hier Informationen preiß gegeben werden, verblüfft mich dann doch.

Und lustig ist der Satz

…weil ich mich überhaupt nicht aufdrängen will.

Genau. Deswegen ja auch schon das zweite Interview zum Thema HSV.

Das zum ersten Teil des Interviews.

Im zweiten Teil gibt es dann noch eine in Hamburg nicht unbeliebte und von mir auch unterstützte Kritik an der Größe und Zusammensetzung des Aufsichtsrates. Ebenfalls wird er deutlich, daß weitergehendes finanzielles Engagement von ihm nicht erfolgen wird, weil die 50+1 Regel dies verhindert. In diesem Falle gebe ich ihm auch recht, wenn ich viel Geld in den Verein stecke, dann will ich auf jeden Fall auch Einfluß haben. Das macht dann wiederum Sinn. Ist aber auch nun nichts neues.

Wie wir im Kaltsart vom Rautenradio schon diskutiert haben, muß sich Klaus-Michael Kühne aber klar sein, was seine nächste Aussage auf den Rängen und auch in den Medien für ein Gewicht hat:

Aber klar ist auch, dass die Entscheidungen der Sportdirektion im vergangenen Jahr nicht alle glücklich waren. Jetzt muss man mal abwarten, wie die neu verpflichteten Spieler einschlagen.

Der Job von Frank Arnesen wird durch solch eine Aussage nicht leichter gemacht und ich empfinde das als unnötige Kritik zu einem Zeitpunkt, in dem wir solch eine Diskussion so gar nicht gebrauchen können.
Der Investor schreibt sich doch auf die Fahne ein HSV Fan zu sein. Warum nimmt er dann über die Medien so einen Einfluß auf das Ansehen des Sportvorstandes? Er muß sich der Wirkung seiner Worte bewußt sein!

Man kann über diese Satz nur Vermutungen anstellen, was ich aber lieber euch überlasse:

Das sehe ich genauso. Und ich betone dabei noch einmal, dass es auf die handelnden Personen ankommt. Der HSV hatte viele gute Präsidenten, aber auch ein paar weniger gute.

Abschließend finde ich es sehr bezeichnend, daß es dieses Interview gibt, nach dem es schon mal hieß, daß er sich aus der Öffentlichkeit raus halten will.

Ich schüttel weiter den Kopf und hoffe, daß alles gut enden wird.

In diesem Sinne: Nur der HSV!

Autor: nedfuller

Ich bin Florian Neumann und versuche hier meine Sicht der Dinge zu beschreiben. Hier klicken um mir einen Euro via Paypal zu schicken

18 Kommentare

  1. Nochmal langsam zum Mitmeißeln: R-a-f-a-e-l, nicht Raffeal. ;-)

    Zusammengefasst: Es ist unverschämt, welche Informationen Kühne hier preisgibt. Allein die Nummer mit dem Petric-Deal ist eine Frechheit, auch aus Sicht der Stuttgarter.

    Überhaupt, dieser gönnerhafte Unterton im ganzen Interview. Wenn es ihm mit einem seriösen(!) Engagement in größerem Rahmen ernst wäre, müsste er sich meines Erachtens zunächst intern an die zuständigen Gremien im Verein wenden, nicht im Rahmen eines ansonsten komplett boulevardesken Interviews. In dieser Form macht man sich aus meiner Sicht nur lächerlich.

  2. @yellowled
    geändert. Die Überschrift war das letzte im Text und ging nicht durch die Kontrolle :-)

    Ansonsten ist der Unterton wirklich zum kotzen. Und auch das Vorbeireden am Vorstand. Und das über den Vorstand reden ebenso.

  3. Ich bin ja weit weg vom HSV, aber dass so einige namhafte Persönlichkeiten im Umfeld die Schrotflinte auf Arnesen angelegt haben, ist mir nicht entgangen. Dass das, und auch Kuehnes Interviews, darauf abzielen, kräftig Einfluss auf die Vereinspolitik zu nehmen, ist auch klar.

    Das finde ich jetzt nicht so ungewöhnlich und aus meiner Sicht auch nachvollziehbar. Fatal ist für mich, wie wenig sich der Vorstand dagegen positioniert. Entweder er ist zu schwach (was dafür spräche, dass die Turbulenzen gerade erst anfangen), oder Arnesen ist inzwischen nur noch eine lame duck (und irgendwann muss sich der arme, getriebene Vorstand dem Druck der Öffentlchkeit beugen).

  4. @Vittenko
    Lustig ist dabei, daß sich in Hamburg so viele diese Fragen nicht stellen. Mir scheint es sind viele durch den Spieler der verpflichtet wurde geblendet.

    Die lahme Ente (doofe Übersetzung, ich weiß) bläst aber noch mal ins Horn und gibt dem Trainer gerade in einem Interview Zeit bis zum Winter.

    Das klingt alles nicht sicher und selbstbewußt.

  5. Ich empfinde das Verhalten Kühnes hochgradig vereinsschädigend. Das kann auch keine Naivität sein, das ist eiskaltes Kalkül. Und keiner hinterfragt es (also niemand, der im Verein in wichtiger Position sitzt).

    Dieses Schweigen zu all diesen Aussagen ist erschreckend.

    So macht mir der Verein keinen Spaß.

  6. @DerTim
    Hätte vittenko nichts geschrieben, wäre mir das Schweigen gar nicht aufgefallen. Weil es so laut ist!

  7. Manno, jetzt hat deine Comment-Box meinen mühsam eingetipperten Kommentar gefressen. Bin jetzt zu faul das alles nochmal zu schreiben, deshalb nur ein Punkt: Die Zahlen zum geplatzten Petric-Deal standen damals schon ziemlich genau so im Blog von Dieter Matz. Es ist also nicht Kühne, der hier Interna raushaut, wir haben seit Jahren mindestens eine undichte Stelle im Aufsichtsrat.

  8. @McHag
    Okay, das wußte ich nicht. Finde es aber schon arg komisch, diese Zahl so offen zu kommunizieren.

  9. Da rege ich mich seit Jahren drüber auf, dass es nach jeder Aufsichtsratssitzung nur viereinhalb Minuten dauert, bis jedes kleine Detail und sogar das Stimmenverhältnis bei Abstimmungen beim Abendblatt landet.

  10. Mir bereiten die Kommentare von Kühne auch immer Bauchschmerzen. Vor allem wirken seine Kommentare teilweise sehr bauchgesteuert und einem so erfolgreichen Geschäftsmann eigentlich nicht angemessen.
    Kühne lässt die Vereinsspitze als Tatenlos und Ideenlos dastehen, aber sie haben das Angebot von Kühne angenommen und jetzt müssen sie auch mit den Konsequenzen, wie solche Aussagen vor der Presse, leben.
    Wie immer macht sich der HSV das Leben selbst schwer.

  11. Du weißt, ich bin für die Rückholaktion und hatte (man beachte den benutzen Tempus…) auch nichts gegen das Geld von Kühne. Was allerdings jetzt abgeht spottet wirklich jeder Beschreibung.
    Für mich gibt es fast nur eine Erklärung: Kühne möchte das Präsidium komplett Absagen und durch seine Leute (sich?) ersetzen. Vielleicht ist Mittelmeerkreuzfahrt mit Handy auf die Dauer doch zu langweilig oder er will bereit sein, wenn 50+1 in Dequtschland fallen sollte ;)
    Jedenfalls vergiftet er so das Klima nachhaltig und das ist einfach…ich sage es mal mit Max Liebermann! Also guten Appetit und nur der HSV

  12. @McHag
    Aber das ist doch bekannt. Darüber braucht man sich doch gar nicht mehr aufregen. Die Verkleinerung des AR _kann_ hier eventuell abhilfe schaffen, aber das war von den Mitgliedern nicht gewollt.

    @CrazyChemist
    Und ich habe es vorher noch gesagt. Es war und wird kein „Hier ist mein Geld, kauft van der Vaart und ich bin dann still“ sein. Ich habe aber überall Kopfschütteln geerntet, als ich gesagt habe, es ist eine große Gefahr jemand externes rein zu holen.

    Auf mich hört ja aber mal wieder (zu recht *g*) keiner.

  13. Ich hoffe doch, dass Deine bessere Hälfte ab und an auf Dich hört (Schatz, lass mich die Rechnung zahlen oder Bleib noch liegen, ich mach schnell Frühstück. Wobei letzteres ja auch schnell geht: Zwei Holsten aufkorken und gut *g*). Was Kühne angeht, scheint sich Dein Pessimismus tatsächlich zu bewahrheiten. Ganz beschissen wäre jetzt, wenn wir dazu auch noch Absteigen sollten. Aber ich weigere mich eigentlich, an sowas zu denken, eigentlich…

  14. Ist schon „komisch“: ein Uwe Seeler sägt auch seit Wochen mit seinen Interviews an Arnesens Stuhl, bringt Unruhe in den Verein und liefert schlechte Publicity. Darf er aber, ist ja altgedient und hoch dekoriert und antwortet ja nur höflich auf die Fragen der bösen Journalie. Uwe, ei. Kühne, aus! Beim HSV fehlt es seit J a h r e n an sportlicher und wirtschaftlicher Kompetenz, hanseatischer Verschwiegenheit und langfristiger Identifikation mit den drei Buchstaben HSV. Dass Kühnes Art die Öffentlichkeit für seine Zwecke zu benutzen für einige sicherlich ungenießbar ist, kann ich verstehen. Aber man kann das auch als selbstverliebten Splin eines fachlich in vielen Dingen kompetenten und millionenschweren Geschäftsmannes einordnen. In den USA wird man damit sogar Präsident!

  15. Ned: du könntest auch noch den „Raffael van der Vaart“-Tag ändern, wenn du willst!

  16. @CrazyChemist
    Nicht daß ich schon vorher gesagt habe, daß es Unruhe in den Verein bringen wird…

    @Mats
    Tag ist auch geändert, danke.

    Ich glaube ich drücke mich immer falsch aus. Es geht mir doch nicht darum, daß die Äußerungen bei Uwe Seeler besser oder schlechter sind als die von Kühne. Uns Uwe soll genauso die Füße still halten.
    Aber Uns Uwe nimmt keinen Einfluß auf den Verein. Er ist nur eine repräsentative Figur, dann ist aber auch gut.
    Kühne hat den Verein von Außen beeinflußt. Ein Spieler wurde verpflichtet. Das ist dann schon etwas anderes.
    Und: Uns Uwe hat nicht betohnt, daß er sich nicht mehr äußern will, oder hat er?

  17. Uns Uwe möchte – glaube ich – schon Einfluss nehmen oder zumindest gehört werden. Er hat nur das Problem, dass ihn (zumindest von den derzeit sportlich Verantwortlichen) niemand ernst nimmt, was zumindest zum Teil aus meiner Sicht auch völlig richtig ist. Einfaches Beispiel: Wie kann ich heutzutage noch „einen Brecher im Sturm“ fordern?

    Der große Unterschied ist jedoch die Art, die Wirkung dieser Einwürfe. Bei Uwe habe ich immer das Gefühl, ihm liegt das Wohl der Vereins am Herzen, auch wenn seine fachliche Meinung vielleicht nicht mehr ganz auf dem letzten Stand ist.

    Bei Kühne habe ich den Eindruck, sie ist nicht vorhanden.

  18. Also der Verein kann froh sein, dass ich so ein fauler Sack bin und trotz bester Voraussetzungen somit weit vom Multimillioniarat entfernt.

    Weil sonst hätte ich vieles genauso gemacht wie Kühne. Hätte eingesehen, dass mit der von diesen Verantwortlichen zusammengestellten Truppe selbst Platz 17 illusorisch ist. Und denen halt IHN reingedrückt, weil ich nun wirklich keinen Abstieg mit dem HSV durchmachen möchte. Aber IHNEN da medial noch ganz anders eingeschenkt als Onkel K. Mit hätte da einfach die mallorqinische Distanz gefehlt.

    Wer aus einem Bundesligateilnahmer mit einer Einnahmenstruktur der Top 3 der Liga den Abstiegskandidaten Nummer 1 macht, der braucht sich nicht wundern, wenn er aufs Schärfste kritisiert wird. Das gilt für jeden Aufsichtsrat, für Herrn Hoffmann, Herrn Arnesen und Herrn Jarchow natürlich auch.

    Aber jetzt wird alles gut!