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Meine Sicht der Dinge

Hermanns Choreo auf der Süd
Hermanns Choreo auf der Süd

Nordderbyniederlage. Bundesliga Saison 2013/2014, Spieltag 23

Derbyniederlagen tun doppelt weh, so schon. Aber in unserer jetzigen Situation schmerzen sie einfach.

Wie war’s?

Dieses Spiel ist so bezeichnend für die letzten drei Jahre beim HSV. Du gewinnst überraschend gegen einen übermächtigen Gegner und verlierst dann im wichtigen Spiel danach.

All der Elan, all die Energie schien zu Hause geblieben zu sein. Bis auf Dennis Diekmeier war es die gleiche Mannschaft auf dem Platz gegen den ewigen Nordrivalen, aber sie war es irgendwie dann doch nicht. Es fehlte der Zugriff und die Ordnung im Spiel. Das so gut defensiv agierende Mittelfeld wurde vom Gegner einfach mit langen Bällen überspielt. Waren wir im Ballbesitz, so stellte der Gegner alle Wege zu, stellte sich nach dem nulleins hinten rein. Wir finden einfach kein Mittel gegen so eine Herausforderung, auch das ist nichts neues.

Die Niederlage war verdient, weil der Gegner ein Stück mehr wollte, so fühlte es sich an. Nicht, daß wir nicht auch wollten, aber eben diese Nuance mehr.

Das ist alles so richtig kräftezehrend, das nächste Spiel ist wieder ein Endspiel, ese gibt kein Polster, nur Abstiegsangst. Um uns herum punkten die Vereine auch nicht, daß wähnt das rettende Ufer so nah.

Ich hoffe auch intensive Arbeit in dieser Woche, nun hat der Trainer die Aufgabe die erste Niederlage zu verarbeiten. Vielleicht ist das noch leichter als nach einem Sieg.

Von den wichtigen 5 Spielen (SVW, FRA, FCN, VfB, SCF) haben wir das erste verloren. Es bleiben noch 4! Auf geht’s Hamburg, kämpfen und siegen!

Zur Choreo nur so viel: Wenn wir monatelang basteln, wird es ein Weltrekord (ohne die gegnerischen Ultras zu dissen!). Das von der Weser wenig zu erwarten ist, was mehr als einen Milimeter über die Nasenspitze hinaus geht, war aber zu erwarten. Das eigene Haus anzünden passte dann so richtig. Was ein Mal genetisch versaut ist, kriegt man durch Prügel auch nicht mehr raus.

Was sagt die Statistik?


2Kämpfe gew-Zweikämpfe gewonnen; ges-Gesamt; %-Prozent gewonnen (Beim Torwart: Torschüsse geh-Torschüsse gehalten; ges-gesamt; %-Prozent gehalten), BK-Ballkontakte, TS-Torschüsse (Beim Torwart AF-abgefangene Flanken), Pässe a-Pässe angekommen; g-gespielt; %-Prozent angekommen, FL-Flanken, TSV-Torschussvorlagen, Tor-Tore, TVO-Torvorlagen, >-raus, < -rein, Min-Minuten, OF-Offensivfaktor; Quelle: bundesliga.de für die Offensiven Daten (TS, TSV, Tor; TVO) und sky.de für den Rest

Ein letztes Servus

Heute nahmen viele Menschen mit einem Gottesdienst im Stadion. Ich und viele andere nahmen Abschied von Hermann Rieger. Es war eine würdige, schöne Veranstaltung. Bis auf Dr. Klein haben alle die richtigen Worte gefunden. Ein katholischen Gottesdienst, in der der Pfarrer einen HSV Schal trägt, sowas hat man in Hamburg wohl noch nie gesehen.

Für mich war es der richtige Weg, von Hermann Abschied zu nehmen. Das von Lotto und sein Band gespielte „Hamburg, meine Perle“ am Ende kam mir so gut wie gar nicht über die Lippen, der Kloß im Hals war viel zu dick.

Ein letztes Servus, Burschi!

In diesem Sinne: Nur der HSV!

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18 Kommentare

  1. „genetisch versaut“ – findest Du das nicht ein bisschen übers Ziel hinaus?

    (Ich weiß nichts über die Choreo oder deren Begleitumstände.)

    • Das ist ein Liedzitat, hätte ich vielleicht verlinken sollen…

      • Och, ich weiß nicht, ob ich das Lied kennen möchte.

        • Armes Deutschland :)

          Es ist ein Zitat von Gerhard Polt, den auch der Bildungsbürger kennen sollte oder müsste. Ned hat es aber völlig falsch zitiert, es lautet im Original:

          „Wenn eine Sache genetisch versaut ist, dann kann man das durch Prügel alleine nicht korrigieren“.

          Und das trifft heute und für den Bremer im speziellen mehr denn je zu.

          • Puh, da kann ich ja froh sein, dass ich kein Bildungsbürger bin; die Anforderung, falsche Zitate aus Polt-Sequenzen zu kennen, würde mich gewiss überfordern.

            Wobei ich es wohl ohnehin falsch verstanden hätte. Tatsächlich hatte ich beim ersten Ansehen der Szene gedacht, dass sie weniger den als genetisch versaut Dargestellten zum Thema habe, sondern vielmehr denjenigen, der so redet, bloßstellen wolle.

  2. Werder hat leider genauso gespielt, wie man gegen uns sicher gewinnt. Lange Bälle, damit wir keine hohen Ballgewinne machen können. Dann einfach warten, bis hinten einer einen Fehler macht oder ein Standard reingeht. Danach noch defensiver das Spiel locker über die Zeit bringen. Wir haben momentan nur eine Chance gegen Mannschaften, die selbst das Spiel machen – und den Gefallen wird uns von den kommendem Gegnern keiner tun.
    Die extreme Schwäche bei Standards beraubt uns auch der Möglichkeit aus solchen Kicks wenigstens einen Punkt mitzunehmen.

    • Die Schwäche bei Standards kann aber (hoffentlich) verhindert werden durch gutes Training.

      • Sollte man meinen. Tatsache ist aber, dass es bereits letztes Jahr eine Schwäche war, die sich jetzt ins Extrem gesteigert hat. Jeder Trainer muss das gemerkt haben und (erfolglos) versucht haben, daran zu arbeiten.
        Ich fürchte, dass es gerade in dieser Situation, wo spielerisch wenig geht, den Ausschlag gegen uns geben könnte.

  3. Ahoi!
    Ich find’s auch hart, das »genetisch versaut«.

  4. welchen weltrekord hat denn die hsv-kurve?

  5. @rory
    Man muß…
    Danke, daß du mir erklären willst, wie ich mich fühlen soll.

    Schreibe ich dir auch nicht vor.

  6. @ned

    Nein, muss man nicht. Ich kann verstehen, dass Du schlechte Laune hast (hätte ich wohl auch). Aber das »dazke«-Ding ist der Rede nicht wert. Der Übersteiger hat das sehr gewissenhaft aufgeschrieben (und berücksichtigt beide Lesarten, vgl. auch die Kommentare dort). Und jetzt kommen alle mal wieder ein bisschen runter…

  7. Habe hier immer mal wieder gern gelesen. Die nächste Zeit mit Sicherheit nicht.
    Anstatt einfach mal zu sagen, dass es eine Entgleisung war und sich zu entschuldigen auch noch rechtfertigen. Und das alles trotz freundlicher Hinweise von geschätzten Blogerkollegen u. Kommentatoren.
    Dafür kann ich kein Verständnis aufbringen.