NedsBlog

Meine Sicht der Dinge

Protokoll einer Reise

Samstag, Anreise

[9:20h] Finde auf dem S-Bahnhof Alte Wöhr einen Cent. Ist das ein gutes Omen.
[9:23h] S-Bahn fährt ein. mir fällt gerade ein, dass ich meine Sonnenbrille vergessen habe. nun muss ich hoffen, dass die Sonne nicht scheint
[9:30h] Die S-Bahn ruckelt beim anfahren. Hoffentlich schafft sie es bis zum Hbf.
[9:45h] Keine Polizisten mit Maschinenpistolen am Hauptbahnhof. Was wenn jetzt eine Horde Kofferbomben angreift?
[9:56h] Der ICE hat schon 10 Min. Verspätung. Ich sitze aber noch nicht drin!
[10:15h] Am Nachbar 4er Platz werden die ersten HoPiHaLiDo geöffnet. Ja, ich habe gefragt, ob eins übrig ist. Leider war die Antwort nein.
[10:18h] Der andere 4er lästert über SKY. Sehr unzufrieden. aber kündigen werden sie nicht.
[10:41h] Hier liest einer Laut aus seinem Buch vor. Bestimmt meckert er über Jugendliche, die im Zug laut Musik hören.
[11:36h] Berlin-Spandau. Gott endlich wieder sowas wie Zivilisation. Zwischen Hamburg und Berlin ist ja sonst sehr viel Leere
[12:19h] In fremden Städten S- und U-Bahn fahren: ein Abenteuer der Neuzeit.
[12:19h] Hotel gefunden. Zimmer ist klein, aber für den Preis sehr sauber und gut eingerichtet. WLAN ist im Preis enthalten.

Samstag, Sightseeing Prenzlauer Berg und Friedrichshain

Der Rest des Samstages war eine Führung von Sebastian (@saumselig) durch seinen Kiez (so nennt man hier wohl die Stadtteile). Interessant, dass der Osten von Berlin nicht nur Platte zu bieten hat. Da ich Berlin nur nach der Wende kennen gelernt habe, kann man sich eine Mauer durch die Stadt gar nicht mehr vorstellen.

Was gehört aber dazu, wenn zwei Fußballblogger durch die Gegend flanieren? Richtig, Fußball gucken. Wie der Zufall es will fand am Samstag zu der Uhrzeit ein Spiel der Regionalliga Nord statt: Türkiyemspor Berlin gegen Hannover 96 II. Im ehrwürdigen Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion. Wer es nicht weiß: Dort hat der BFC Dynamo Berlin sein Spiele ausgetragen. Dementsprechend feudal war die Loge für den Genossen Minister (Jepp, den Mielke meine ich, von der Stasi). Interessant, die Geschichten zu hören.
Für mich die passende Gelegenheit Spion zu spielen. Immerhin spielt der HSV II gegen beide Gegner noch. Und wie für uns bestellt viel auch gleich ein Tor. (Das 2:0 von Türkiyemspor). So muss es sein. Gleich mal den Verein unterstützen und ein Bier kaufen.

Weiter im Programm. Die Oberbaumbrücke war das Ziel. Erst aber Mittag (He, nicht lachen, ich bin Familienvater, bei uns gibt es immer um 12 Uhr Mittag. Es war schon 15 Uhr!) Schnell ein Falafel rein geschmissen (merke: Wenn beim Falafel-Mann kein Alkohol verkauft wird, dann ist der Falafel besser, so sagt Sebastian. Recht hatte er), der war lecker!

Bei den ganzen interessanten Gesprächen habe ich ganz vergessen, dass es Erstligafußball gibt. Sebastian hat die Zeiten der ersten Liga (noch) nicht drauf. Also eine Kneipe suchen, wo Sky läuft. Die Wilde13 soll es werden, scheint in der Nähe zu sein. Da ich ein guter Gast sein wollte (Sebastian hat die Kneipe empfohlen und er kennt auch einen Barkeeper dort) habe ich das eklig grüne Logo mit dem W am Eingang gekonnt ignoriert. Haake Beck habe ich auch nicht getrunken. Berliner Pilsner war es dann. Das Borussenduell war so langweilig, wir haben viel geredet, das Spiel ignoriert.

Weiter ging es. Ich hatte vorher angemeldet, dass ich gerne mal russisch Essen gehen würde. Also hat mein Gastgeber das eingeplant. Wir stürmten also das Matroschka. Ich ließ bestellen, wollte mich überraschen lassen. Pelmeni sind echt lecker. Handgemacht waren die. Natürlich gab es Wodka vor und nach dem Essen. Der Wodka mit Honig und Chili schmeckt nach mehr. Der mit Pinienkernen war auch nicht zu verachten.
Ukrainisches Bier ist milder als man bestellt. Passte aber perfekt zum Essen. Der Preis war lächerlich! So gut gegessen für so wenig Geld habe ich lange nicht mehr.

Samstag, Abend: Podcast aufnehmen

bunkinho ist zu uns gestoßen, verzichtete aber auf Wodka und Bier. Verstehe nicht warum, akzeptiere es aber. Er hat es auch kurz erklärt, aber ich habe vergessen, warum. Weiterziehen. Aber die Getränke mussten noch besorgt werden. Dafür gibt es in Berlin den Spätkauf. Und dieser hat doch wirklich Tegernseer Hell im Angebot. Un!Glaub!Lich! Wieso? Ist mein persönliches Lieblingsbiere. Da könnt ich drin baden. Schnell also Bier besorgt und ab zu rudelbildung, die schon auf uns vor der Wohnung wartete. Schnell vorstellen, Hände schütteln, Quiche probieren, Hund ignorieren. Bin kein großer Fan von Hunden. Dieser Hund stört aber nicht.

Die Runde ist total klasse nach kurzem Smalltalk starten wir die Aufnahme (Thema: Union Berlin und eine Stadt, zwei Vereine). Ich habe mich „vorbereitet“ und das Union Spiel in der Zusammenfassung im DSF gesehen. Mehr als das Neururer Ultimatum blieb mir nicht im Gedächtnis. Habe sogar verdrängt/ignoriert, dass ein Leihspieler alle 3 Tore geschossen hat. Habe die Eisernen getröstet, so nach dem Motto: Gegen einen Aufstiegsaspiranten kann man auswärts als Aufsteiger mal verlieren. Wurde angenommen, obwohl die Berliner in der ersten halben Stunde hätten was reißen können.

Den gesamten allumfänglichen Podcast gibt es beim textilvergehen zu hören.

Das Gespräch war klasse, wir haben viel besprochen, erörtert, erklärt, diskutiert und beredet. Danke ihr Drei. Das hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Schade, dass wir an der Technik gescheitert sind. Aber das scheint mir oft zu passieren. Meine erste Podcast Teilnahme bei probek ging auch in die Binsen wegen der Technik.

Wir haben noch weiter geredet, wollten dann aber unseren Standort wechseln. Also aber in eine Kneipe (Name habe ich vergessen) in der Nähe. Die tollen Gespräche aus der Küche haben wir hier fortgesetzt. War ein bisschen schwierig, es war proppenvoll (mein Pegel war auch nicht ohne).

Also Schlafen. Bin ja alt. 2 Uhr ist echt mal früh/spät/lange auf sein.

Sonntag, morgen

Das frühe Aufstehen hat mir die Juniorette beigebracht. Aber meinem Alter geschuldet habe ich nicht morgens um 7 Uhr den Kiez wieder unsicher gemacht. Formel1 aus dem Bett heraus musste reichen. Dann frühstücken nach Vettels Sieg. Wer jetzt aber denkt, dass ich danach dann den Kiez unsicher gemacht habe sei gesagt: Nein! Bundesliga Pur schauen, Doppelpass hinten ran. Habe nicht viel mitbekommen sondern versucht noch eine Mütze Schlaf zu bekommen.

Sonntag, Nachmittag, auf zum Spiel

Pleitegeiger getroffen und das Spiel gesehen. (Wie das lief habe ich ja bereits beschrieben)
Felsenfeste Vorsätze (Ich trinke kein Bier im Stadion, ich stehe meist allein im Stadion) brachen wie ein Strohhalm im Wind. hsvswn hilft zur Not nach, indem er einfach 3 Bier kauft. Das Spiel lief gut für uns. Bestens sogar. Also auf, nach dem Spiel noch ein Bier. Wir waren ja in Berlin, da trinkt Pleitegeiger dann auch ein oder zwei Bier mehr als sonst ;) Abschluss des Abends mit Bier (natürlich) bei „Hanne am Zoo“.

Danke Pleitegeiger für den tollen, interessanten und erfüllten Abend!

Montag, morgen, Rückfahrt

Morgens aufstehen und frühstücken. Der Zug muss erwischt werden. Auschecken und losgehen. Zug fährt um 10 Uhr, so umunbei. Schnell mal das Gleis nachschauen.

Grmblpf. Zug erst für 11:25 Uhr gebucht. Sparticket. Na klasse. Nun gut, am Hauptbahnhof eben mit meinem Blog anfangen. Alles offline natürlich, Arcor oder T-Dingsbums bieten dort zwar Zugänge zum Internet, aber im Lotto gewonnen hatte ich nicht. Ging aber auch und die Zeit verstrich im Flug.

Fazit

Berlin ist immer eine Reise wert. Auch wenn man in der schönsten Stadt der Welt wohnt. Wenn man aber so herzliche, tolle Menschen trifft, dann ist solch eine Reise mit Gold nicht aufzuwiegen.

Man folgt so vielen Menschen bei Twitter und liest Blogs von unterschiedlichen Menschen mit unterschiedlichen Interessen. Reallife ist nicht Web2.0, oder doch? Selten auf Anhieb so schnell Sympathie für völlig fremde Menschen verspürt. In meinem Feedreader haben textilvergehen und wandererzwischendenwelten einen festen Platz. Union Berlin werde ich weiter verfolgen und euren Podcast hören. Gegen FCSP seid ihr ja in Hamburg, dann werden wir uns hoffentlich wiedersehen.

Und Pleitegeiger ist so fußballverückt, so HSV-besessen, so bekloppt im positiven Sinne, wie man es aus ihrem Blog raus lesen kann. Ich freue mich schon auf das nächste HSV Spiel mit ihr!

Und natürlich: Seit 12 Jahren wieder in Berlin gewonnen.

In diesem Sinne: Nur der HSV!

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3 Kommentare

  1. Seufz. Danke! Das kann ich nur zurück geben.
    Ich twitterte es bereits: früher waren Spiele allein im Stadion das superste überhaupt.
    Und jetzt freu ich mich schon wie bescheuert darauf, am Sonnabend mit Euch zusammen HSV – Vizekusen zu gucken!! :-)

    Übrigens ist mein rechtes Knie immer noch lilagrünblau, weil ich beim zu-dritt-auf-zwei-Stehplätzen-hüpfen gegen den Sitz vor mir geknallt bin. Egal. Ein bißchen Schwund ist immer…

  2. @pleitegeiger
    Die körperlichen Schäden hatte ich ganz vergessen. Oder verdrängt? Oder im Alkohol ertränkt?

    Ich werde es wohl nie erfahren.

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